14 Jan
Analogkäse – Unwort des Jahres 2009 nicht nur für die Landwirtschaft
Posted on 2010 under Kulinarisches, Wort und Sprache | Comments are offDer Begriff Analogkäse ging im vergangenen Jahr ebenfalls durch alle Medien. Schließlich wussten und wissen viele Verbraucher nicht, dass es sich bei dem Käse auf ihrer Pizza oder ihrer Käsestange nicht um richtigen Käse, sondern um Analogkäse handelt.
Der irreführende Begriff fand sogar Einlass in den Internetauftritt des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und wurde auch des Öfteren als Unwort des Jahres 2009 vorgeschlagen. Im Analogkäse sind verschiedene Dinge enthalten, jedoch kein Käse, wie der Name vermuten lassen würde. Der Begriff ist eigentlich ein Kunstwort, das man nur auf den Listen von Großhändlern findet, die so zwischen richtigem Käse und Analogkäse unterscheiden. Analogkäse wird nicht aus Milch hergestellt, sondern das Milchfett ersetzen die Hersteller durch billigere pflanzliche Fette, die mit verschiedenen Emulgatoren, Aromen, Geschmacksverstärkern und Farbstoffen sowie Stärke, pflanzlichem Eiweiß, Wasser und Salzen „verfeinert“ werden. Offiziell ist die Bezeichnung Analogkäse nicht erlaubt, da nach deutschem und europäischem Recht nur Produkte die Bezeichnung „Käse“ erhalten dürfen, die auch wirklich solchen enthalten, d. h. wenn man auf der Zutatenliste einer Pizza oder ähnlichem alles Mögliche findet, aber nirgends den Begriff Käse, auch nicht in Wortbestandteilen, dann kann man sicher sein, dass man gerade Analogkäse vor sich hat. Gestern beschäftigten wir uns mit dem zum Unwort des Jahres 2009 vorgeschlagenen Begriff Toxische Papiere. Morgen geht es weiter mit der Sonderreihe zum Unwort des Jahres 2009 und zwar mit dem Begriff Humanmaterial.









Comments are closed